Was ist meine Mission?

Der Anfang meiner Zuchtarbeit

Aus Erfahrung, Beobachtung und Freude an guten Carnica-Bienen.

Mein Interesse an den Bienen begann in den 1980er-Jahren eher unfreiwillig. Als Kind musste ich regelmäßig an den Bienenvölkern eines Nachbarn vorbei. Diese Völker waren sehr stechlustig, und entsprechend oft bekam ich das auch zu spüren.

Gerade dadurch wollte ich irgendwann verstehen, warum Bienen so reagieren, wann sie verteidigen und weshalb es zwischen den Völkern solche Unterschiede im Verhalten gibt. Die damalige Erklärung, Bienen würden nun einmal ihren Stock verteidigen, war mir zu einfach.

Aus dieser Erfahrung entstand später mein Interesse an der Imkerei und besonders an ruhigen, gesunden und gut führbaren Carnica-Völkern.

Die damalige Erklärung, dieses Verhalten sei bei Bienen eben normal, überzeugte mich nicht. Ich wollte wissen, warum manche Völker so heftig reagieren und andere deutlich ruhiger bleiben.

Also stellte ich dem Nachbarn viele Fragen und war oft dabei, wenn er an seinen Bienen arbeitete. Nach und nach bekam ich erste Einblicke in die Imkerei. Besonders eindrücklich war für mich, wie unterschiedlich die einzelnen Völker waren. Manche gingen sofort stark in die Verteidigung, andere ließen sich wesentlich ruhiger bearbeiten.

Diese Unterschiede haben mich nicht mehr losgelassen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ruhiges Verhalten, der richtige Umgang mit dem Volk und eine konsequente Auswahl keine Nebensache sind. Aus dieser Erfahrung entstand mein dauerhaftes Interesse an gut führbaren, friedlichen und gesunden Bienenvölkern.

Mit der Zeit begann ich, bei den Bienenvölkern genauer hinzusehen. Mich interessierte besonders, welche Völker sich ruhig bearbeiten ließen, gesund wirkten und sich über das Jahr zuverlässig entwickelten. Aus solchen Völkern wurden später Königinnen nachgezogen.

Die ersten Fortschritte waren klein. Wer mit Bienen arbeitet, lernt schnell, dass Entwicklung Zeit braucht und nicht jedes Jahr gleich verläuft. Trotzdem zeigte sich nach und nach, dass sorgfältige Beobachtung und Auswahl einen Unterschied machen können.

Mein damaliger imkerlicher Wegbegleiter ließ mich mit der Zeit immer eigenständiger arbeiten. Nach seinem Tod endete diese erste Phase der Bienenhaltung zunächst. Anfang der 1990er-Jahre nahm ich die Imkerei wieder auf und baute mir meine eigene private Hobbyimkerei auf.

Seitdem ist die Arbeit mit den Bienen ein fester Teil meines Lebens geblieben. Im Mittelpunkt steht für mich bis heute eine ruhige, gesunde und gut an unsere Region angepasste Carnica-Biene.

Rückblickend sind Bienen für mich bis heute etwas Besonderes geblieben. Für uns Menschen wirkt vieles am Bienenvolk zunächst wie ein unaufhörliches Durcheinander, und doch folgt alles einer eigenen Ordnung. Vielleicht liegt gerade darin die Faszination – und manchmal auch der Gedanke, dass Bienen friedlicher miteinander umgehen als wir Menschen.

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